Was waren das noch für Zeiten, als man sein Erspartes einfach auf ein Sparbuch legen und in aller Ruhe abwarten konnte, bis es sich ordentlich vermehrt hatte. Spätestens mit der Senkung des Leitzinses durch die EZB sind diese Zeiten aber wohl erst einmal auf lange Sicht vorbei. Herkömmliche Geldanlagen wie Sparbuch und Sparkonto werfen kaum mehr nennenswerte Zinsen ab. Wer mehr Rendite will, muss sein Sparverhalten ändern. Doch was kommt für den deutschen Sparer überhaupt noch infrage?
Sicherheit geht vor – hohe Rendite hin oder her
Deutsche Sparer lieben die Sicherheit und das zeigen sie auch immer wieder, wenn es darum geht, Erspartes sinnvoll anzulegen. Laut einer repräsentativen Umfrage des TNS-Emnid-Instituts im Auftrag der Postbank vertrauen 46,8 Prozent der Bundesbürger nach wie vor auf das altbewährte Girokonto – und lassen sich dabei eine deutlich lukrativere Rendite entgehen. Denn andere, ebenfalls vergleichsweise sichere Geldanlagen wie etwa europäisches Festgeld werfen je nach Laufzeit und Bank immerhin bis zu 2 Prozent Zinsen ab. Das große Potenzial dieser Geldanlage wird von vielen derzeit nicht so recht gesehen bzw. bleiben deutsche Anleger immer noch gerne bei altbewährten, aber eben renditeschwachen Anlagestrategien.
Edelmetalle statt Sparbuch – einige Sparer denken bereits um
Denn eine andere Umfrage von TNS-Emnid im Auftrag des Edelmetallhändlers Philoro hat ergeben, dass ein Teil der deutschen Sparer an einer Investition in Edelmetalle interessiert ist. Jeder achte Bundesbürger plant demnach eine Anschaffung von Silber oder Gold – als eine Art Ersatz für das gute alte Sparbuch bzw. Sparkonto. Und das würden sich rund 63 Prozent der Interessenten mehr als 1.000 Euro kosten lassen. Und obwohl auch Edelmetalle, ganz genau wie viele andere Anlageprodukte, Kursschwankungen unterworfen sind, scheint insbesondere Gold als eine vergleichsweise sichere Geldanlage zu gelten. Auch Immobilien entsprechen offenbar dem Sicherheitsbedürfnis zahlreicher privater Sparer. Die erwähnte von der Postbank beauftragte Umfrage hat ergeben, dass rund jeder Vierte von einer eigenen Immobilie als lukrative Geldanlage fest überzeugt ist – mit ernsthaften Absichten, diese Überzeugung in die Tat umzusetzen. Insbesondere bei den unter 40-Jährigen ist der Wunsch nach einer eigenen Immobilie groß. Ein Großteil der Deutschen (rund 65,8 Prozent) sieht die Vermietung einer Immobilie zudem als eine gute Möglichkeit an, regelmäßig Geld einzunehmen.
Sicherheit, ja – aber bitte nicht um jeden Preis
Bei allem Verständnis für das Bedürfnis privater Anleger nach Sicherheit und Stabilität, raten Experten doch dazu, bisherige Anlagestrategien zu überdenken. Denn ein Ende der Niedrigzinsphase ist erst einmal nicht in Sicht. Daher sollten Sparer von klassischen Anlageprodukten Abstand nehmen und offen für Neues sein. Wer kein zu hohes Risiko eingehen will, kann verschiedene Geldanlagen miteinander kombinieren und lediglich einen kleinen Teil vom Gesamtanlagevermögen in riskante Produkte investieren. Alternativ sind sicherheitsliebende Sparer mit europäischem Festgeld, bei dem Erspartes über einen längeren Zeitraum hinweg angelegt wird, gut beraten. Denn hier ist die Einlage bis zu einem Wert von 100.000 Euro pro Bank und Sparer über die jeweilige nationale Einlagensicherung abgesichert. Es gibt also keinen Grund, unbedingt weiterhin am klassischen Sparbuch oder Sparkonto mit deren geringer Rendite festzuhalten, wenn man Sicherheit genießen möchte.
